Facebook-SharerGoogle+-Sharer
Freiliegend

Weil ich deine Nähe liebe

und sich meine Sehnsucht in deinen

grünen Augen verliert,

hab ich beschlossen mich zu öffnen

und alle Zäune demontiert.

Plötzlich hat mir dein Lächeln

den Verstand geraubt:

Während ich an dich dachte,

hab ich alle Wälle abgebaut.

Es fühlt sich schön an

und mit diesem Wissen

offenbare ich mich,

habe alle Mauern abgerissen.

Christopher Bock

Die Liebe und das Verliebtsein sind immer ein Kampf, ein Krieg der Emotionen. Sieht man den Menschen als Festung, muss sich dieser erst für die Liebe öffnen. Einigen Menschen fällt dies sehr leicht, andere haben Angst vor der Hilflosigkeit, die entstehen kann. Das Gedicht "Freiliegend" behandelt diesen Konflikt. Zäune, Wälle und Mauern werden abgebaut, damit die Liebe den Menschen erfüllen kann, oder besser gesagt: damit überhaupt die Chance besteht, einen anderen Menschen kennenzulernen.

Es versteht sich von selbst, dass das Aufgeben jedes Schutzes zu Verletzungen führen kann und, früher oder später, auch wird. Andererseits ist dieses Risiko notwendig, denn ein verschlossener Mensch wird nie in der Lage sein, eine ausgewogene Beziehung zu führen. Dieses Gedicht beschreibt genau einen solchen unsicheren, vorsichtigen Menschen, der beschlossen hat, ein Risiko einzugehen und seinen vermeintlichen Schutz aufzugeben, um Liebe erfahren zu können.