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Meine Traumwelt

In meinen Träumen ist die Welt voller Friede,

warm, anschmiegsam und lieblich.

Vergessen sind schmerzende Abschiede,

finster, leidvoll und vergeblich.

Im Traum weine ich in deinen Armen,

leise, befreiend und verletzlich.

Lehne mich an und lass mich fallen,

tröstlich, begehrt und unersättlich.

In meinen Träumen treffen sich unsere Blicke,

gehen gemeinsam auf Wanderschaft.

Hinterlassen auf der Seele keine Lücke,

verirren sich in rastloser Leidenschaft.

Wie im Traum entgleiten meine Sinne,

erkunden dich in voller Sanftmut,

behutsam hält mein Atem inne,

genieße bedingungslos lodernde Glut.

In meinen Träumen berühren wir uns jeden Tag

mit Händen und Augen immerzu

und dort, wo ich damals so friedvoll lag,

bette ich mich hin und mach die Augen zu

Im Traum ist der Qual vergeben,

die mich alleine zum Weinen bringt.

Hier fühle ich Wärme, fühl' ich Leben

und mein Herz, das vor Freude singt.

In meinen Träumen schmerzt die Sehnsucht nicht,

die mich nun schon so ewig quält.

Doch langsam nimmt sie mir die Sicht,

weil alles andere nun nicht mehr zählt.

Bis die Wahrheit durch den Schleier bricht.

Dann bin ich aufgewacht.

Plötzlich hab ich nachgedacht,

insgeheim laut aufgelacht,

zu lange hab ich mir was vorgemacht,

doch dann mein Herz einfach aufgemacht.

Ich konnte es kaum fassen,

aber ich wollte dich nicht hassen

und fand es besser,

die Sehnsucht nach dir gehen zu lassen!

Claudia Koppe

Dieses Gedicht handelt von einer Trennung. Es beschreibt, dass man sie nicht wahrhaben möchte und sich daher völlig in Erinnerung und Sehnsucht nach dem geliebten, aber verlorenen Partner flüchtet. Die Traumwelt dient dabei als Schutz vor der schmerzenden Wahrheit. Doch nach und nach kämpft sich die Wahrheit in diese Traumwelt hinein und plötzlich kann man nicht mehr an ihr vorbeisehen. Das ist der Zeitpunkt, an dem man die verlorene Liebe und die damit verbundene Sehnsucht loslässt.