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Was bin ich?

Glänzend rote, samten Schleife,

knisterndes Geschenkpapier,

sind es Blumen, ist es Seife?

Diese Fragen stellst du dir.

Hübsch verpackt vor deiner Tür,

lieg ich schon den ganzen Tag,

und nun stehst du hier vor mir,

was ich denn bloß seien mag?

Verwundert siehst du mich gar an,

Geburtstag hast du heute nicht,

auch Weihnachten kaum seien kann,

das Rätsel steht dir im Gesicht.

Sanft hebst du mich vom Boden auf,

und suchst nach einem Absender,

es steht nur leider keiner drauf,

musst mich wohl öffnen, Zweifelnder!

Bevor du meinen Inhalt siehst,

Rosenduft die Luft erfüllt,

doch noch keine Blume sprießt,

die Erde ist noch ausgekühlt.

Ich bin es, dessen Düfte dir,

vollends den Verstand nun rauben,

du schaust verblüfft und ich denk mir,

wieso kannst du es nicht glauben?

Das Spiel mit dir wird langsam öde,

du scheinst es so nicht zu verstehen,

doch bevor du wirst noch blöde,

lass ich dich meine Karte sehen!

Auf ihr steht in schwarzen Zeilen,

des Rätsels Lösung klar und deutlich,

die ich will nun mit dir teilen,

sonst blickst du es ja heute doch nicht!

"Diese Rose bring ich dar,

weil du mein Valentinsschatz bist."

Und lächelnd wird dir endlich klar,

dass heut der Tag der Liebe ist.

Von Conny Schadt

In unserer hektischen Zeit, in der jede Neuigkeit sofort per Twitter geteilt und jedes Date zuerst bei Facebook durchgecheckt wird, kommen Überraschungen und Romantik häufig zu kurz. Die Vorstellung eines geheimnisvollen Geschenks von einem möglicherweise unbekannten Verehrer soll an alte Zeiten erinnern, in denen romantische Gesten noch mehr Platz im Alltag hatten. Mit dem Valentinstag gibt es zumindest einen Tag im Jahr, der ganz der Liebe und einem anderen Menschen gewidmet ist. Am Valentinstag ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht, altmodisch zu sein, sich gegenseitig zu überraschen, mit Blumen zu beschenken oder auch Gedichte zu schreiben.