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Ja-Wort

Jetzt ist es endlich so weit. Nur mehr wenige Minuten trennen mich vom Status "verheiratet". Den Entschluss haben wir ziemlich schnell getroffen. Wir sind nun seit knapp drei Jahren ein Paar und wohnen seit etwa 2 Jahren gemeinsam in meiner Wohnung - und sind seit etwa neun Monaten verlobt. Vor neun Monate begannen auch die Hochzeitsvorbereitungen. Heute ist also unser großer Tag; kaum zu glauben, dass die letzten Monate so schnell vergingen. Ich kann mich noch erinnern, als wir einen gemeinsamen Termin aussuchten. Danach die Suche nach dem richtigen Brautkleid für sie - und die Suche nach dem perfekten Anzug für mich. In welchem Lokal feiern wir? Heiraten wir kirchlich oder nur standesamtlich? Wen laden wir ein? Fragen über Fragen, die wir in den letzten Monaten zu beantworten hatten.

Meine Verlobte - bald Frau - sitzt neben mir. Ich bin nervös. Sie ist auch unruhig. Wir sehen uns immer wieder an, lächeln, und hören nebenbei dem Pfarrer zu. Es dauert nicht mehr lange, bis er uns die entscheidende Frage stellt. Rein rechtlich sind wir schon verheiratet - wir haben vor wenigen Stunden am Standesamt geheiratet - doch wir wollten auch die kirchliche Trauung feiern. Wir sind nicht gläubig, jedoch halten wir an Traditionen fest. Und die kirchliche Trauung ist eine schöne Tradition, die wir beide sehr gern haben. Wir gehen gerne auf Hochzeiten und freuen uns, wenn einer unserer Freunde sich das Ja-Wort gibt. Bislang haben zwei Freunde aus unserem Bekanntenkreis geheiratet. Es waren wunderschöne Hochzeiten. Ich war mir damals sicher: Auch unsere Hochzeit wird wunderschön.

Der Pfarrer bittet uns, aufzustehen. Jetzt kommt der große Moment. Ich spüre, wie die Gäste uns beobachten - sie sind gespannt. Der Pfarrer spricht noch ein paar Worte - nun kommt die alles entscheidende Frage: "Willst du, Herbert, Maria, zu deiner Frau nehmen? Sie lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet?"

"Ja, ich will". Diese drei Worte besiegeln meine Liebe.

"Und nun frage ich dich, Maria, willst du Maria, Herbert, zu deinem Mann nehmen? Ihn lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet?"

Auch sie überlegt nicht. "Ja, ich will". Sie lächelt mich an.

"Ihr seid nun vor Gott verheiratet. Ihr dürft euch küssen", lächelt der Pfarrer und wir küssen uns auf den Mund. Ein flüchtiger, sanfter - beinahe schon peinlich berührter Kuss. Wir haben vor ein paar Tagen noch gerätselt, wie man sich in der Kirche richtig küsst. Ein kurzes Bussi auf den Mund oder doch mit offenen Lippen und etwas Zunge? Wir entschieden uns für die sanfte Variante. Schlussendlich wollten wir nicht gleich vor unserem Pfarrer sündigen.

Jetzt bin ich verheiratet. Nein - jetzt sind wir verheiratet.

Das "Ich" gibt es nicht mehr. Wir sind jetzt verheiratet - eine kleine Familie.

Der Pfarrer spricht weiter, die Trauzeugen stehen neben mir. Ich kann nicht realisieren, dass ich nun ein Ehemann bin. Ob es meiner Frau genauso geht? Ganz egal, was die Zukunft bringt - wir gehen nun als Ehefrau und Ehemann durch das Leben und meistern nun alle auf uns zukommenden Aufgaben gemeinsam.

Ich freue mich auf das weitere Abenteuer mit meiner Frau und genieße die nächsten Momente. Nun sind wir verheiratet.