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Bild von Dir

Du und ich, wir waren nie eins.

Immer war die Mitte verschoben.

Mal sehntest du dich, mal verging ich nach dir.

Nur die Fäden waren verwoben.

Auch Jahre später treffe ich dich im Traum.

Ich will wissen, wie es dir geht.

Dann wache ich benommen auf

Und sehe, wie die Welt sich weiter dreht.

Ich lebe mein Leben im Kreis meiner Lieben.

Von dir hör' ich nur ab und zu.

Hast auch dein Leben, und das ist mir fremd.

Doch du bleibst immer du.

Du bist ein Teil von mir, bist immer hier.

Wie weit der Raum auch ist.

Bist du mir nah oder bist du fern?

Bist du noch du oder mach ich mir gern

Ein Bild von dir?

Sonja Schurig

Dieses Gedicht ist ein Nachklang auf eine große, aber unerfüllte Liebe, die nur in den Köpfen der Liebenden stattgefunden hat. Aus Sicht der Sprecherin ist der (einst) Geliebte auch nach Jahren noch wichtig, obwohl sich die beiden nie entscheidend nahe gekommen sind und sich zunehmend entfremdet haben.

Das Gefühl der Liebe hat die Autorin jahrelang begleitet und zur eigenen Entwicklung beigetragen. Doch aus der räumlichen und zeitlichen Distanz fragt sie sich schließlich, ob sich das Gefühl noch auf den Geliebten bezieht oder zu einem Teil des eigenen Ichs geworden ist.